Wenn der Wind zurückkehrt

Der Regen fiel wie Erinnerung, der Wind trug Vergangenes ins Jetzt. In einem alten Landhaus begegnen sich zwei Menschen wieder – und mit ihnen die Sehnsucht, die nie ganz verging. Eine Nacht, die wärmt, wie Feuer im Herbst.

Wenn der Wind zurückkehrt
Photo by Sašo Tušar / Unsplash

Der Wind flüsterte durch die alten Eichen, trug das Rascheln der fallenden Blätter wie ein Geheimnis mit sich. Das Landhaus, fernab der Welt, kauerte sich in die herbstliche Dämmerung, umhüllt von einem Duft nach feuchter Erde und Kaminholz, das ich vorhin gestapelt hatte. Ich, Mitte dreißig, hatte mich hierher zurückgezogen, um zu schreiben – Wörter, die sich in mir ansammelten wie Blätter in einem Haufen, wartend darauf, entzündet zu werden. Das Haus war alt, mit knarrenden Dielen und Fenstern, die den Regen einluden, als wollte er Teil der Geschichte werden. Ich saß am Schreibtisch, eine Kerze flackerte, warf Schatten auf das Papier, auf dem meine Feder ruhte. Der Tee in meiner Tasse war abgekühlt, doch der Dampf trug noch den Hauch von Zimt und Nelken, eine Wärme, die mich an ferne Abende erinnerte.

Die Einsamkeit war willkommen, ein Mantel, der mich umhüllte. Keine Ablenkungen, nur das Rauschen des Windes draußen, das gelegentliche Klopfen eines Astes gegen die Scheibe. Ich schrieb von vergangenen Liebhabern, von Berührungen, die wie Echos in der Seele nachhallten, von der Melancholie, die in der Nähe lag, wenn zwei Körper sich fanden. Meine Gedanken flossen langsam, introspektiv, wie ein Bach im Herbst, der Blätter mit sich trug. Doch dann, als die Dämmerung in Nacht überging, klopfte es an der Tür – ein leises, zögerndes Klopfen, das sich mit dem Regen vermischte. Ich erstarrte, die Feder in der Hand, und lauschte. Wer konnte das sein, hier in der Abgeschiedenheit?

Ich stand auf, das Rascheln meines Kleides ein Flüstern in der Stille. Die Kerze warf mein Schatten lang über die Wand, als ich zur Tür ging. Draußen stand er, durchnässt vom Regen, das Wasser rann in Strömen über sein Gesicht, tropfte von seinem Mantel. Seine Augen, dunkel und vertraut, trafen meine, und in diesem Moment kehrte etwas zurück – ein Wiedererkennen, das wie ein warmer Strom durch mich floss. Es war Lukas, aus Studienzeiten, der Mann, mit dem ich einst durch nächtliche Straßen gewandert war, Worte getauscht hatte, die tiefer gingen als bloße Gespräche. Wir hatten uns nie ganz hingegeben, nur Andeutungen, ein Kuss im Schatten einer Bibliothek, der unvollendet blieb. Und nun stand er da, Jahre später, als hätte der Herbst ihn hergeweht.

„Entschuldige“, murmelte er, seine Stimme rau vom Wind, „ich habe mich verirrt. Der Sturm... ich sah das Licht.“ Seine Worte hingen in der Luft, getränkt vom Geruch des Regens, der an ihm haftete – frisch, erdverbunden, mit einem Hauch von Moos. Ich nickte, trat beiseite, ließ ihn ein. Das Wasser tropfte von ihm auf die Dielen, bildete kleine Pfützen, die im Kerzenlicht glänzten. Ich half ihm aus dem Mantel, berührte dabei versehentlich seine Hand – kalt, doch darunter pulsierte Wärme, eine Lebendigkeit, die mich innehalten ließ. „Komm ans Feuer“, sagte ich leise, und führte ihn in den Wohnraum, wo der Kamin prasselte, die Flammen tanzten, warfen goldenes Licht auf die Holzwände.

Er setzte sich auf den Sessel, rieb sich die Hände, und ich reichte ihm eine Decke, die nach Lavendel duftete, aus dem Schrank geholt. Der Raum füllte sich mit seiner Präsenz, einem Duft nach Regen und etwas Vertrautem, das in mir Erinnerungen weckte. Wir sprachen wenig zuerst; ich goss ihm Tee ein, und er nippte daran, seine Finger um die Tasse geschlossen, als suchten sie Halt. „Es ist lange her“, sagte er schließlich, sein Blick auf das Feuer gerichtet, wo das Holz knackte, Funken stoben. Ich nickte, setzte mich ihm gegenüber, spürte das Knistern – nicht nur im Kamin, sondern zwischen uns, ein unausgesprochenes Begehren, das aus der Vergangenheit auftauchte wie Blätter im Wind. „Die Zeit hat uns verändert“, flüsterte ich, „aber nicht alles.“

Der Abend dehnte sich, der Regen trommelte gegen die Scheiben, ein Rhythmus, der unsere Worte unterlegte. Er erzählte von seinen Reisen, von Büchern, die er gelesen hatte, und ich hörte zu, beobachtete, wie das Feuer Schatten auf sein Gesicht warf, die Linien um seine Augen vertiefte. Seine Gesten waren langsam, bedächtig – er strich sich eine nasse Strähne aus der Stirn, und ich stellte mir vor, wie meine Finger das taten. Die Melancholie mischte sich mit Nähe; wir waren allein, umgeben von der Nacht, und etwas Unabgeschlossenes kehrte zurück, wie ein Brief, der nie versendet worden war. Ich stand auf, um Holz nachzulegen, und er half mir, unsere Hände berührten sich beim Stapeln, eine Berührung, die länger andauerte als nötig, seine Haut nun wärmer, weich.

Als die Kerze flackerte, lud ich ihn ein, zu bleiben – der Sturm draußen tobte zu sehr. Er nickte, ein Lächeln in seinen Augen, und wir gingen nach oben, in das Schlafzimmer, wo ein großes Bett stand, bezogen mit Leinen, das nach Sonne und Wind duftete. Der Regen prasselte lauter hier, das Dach schien zu atmen. Ich entzündete eine weitere Kerze, und im Schein zog er sein nasses Hemd aus, enthüllte die glatte Haut seiner Brust, wo Muskeln sich unter der Oberfläche spannten. Ich wandte den Blick nicht ab; stattdessen spürte ich ein Ziehen in mir, eine Sehnsucht, die sich ausbreitete wie Wärme vom Feuer. Er kam näher, langsam, seine Schritte auf dem Holzboden ein leises Knarren.

Seine Hand berührte meine Wange, eine Geste so zart wie fallendes Laub, und ich schloss die Augen, fühlte die Rauheit seiner Fingerkuppe, die Kälte, die sich mit meiner Wärme vermischte. „Ich habe oft an dich gedacht“, murmelte er, sein Atem warm an meinem Hals. Ich lehnte mich an ihn, spürte die Festigkeit seines Körpers, den Duft des Regens, der noch an ihm haftete, vermischt mit dem Moschus seiner Haut. Unsere Lippen trafen sich, sanft zuerst, ein Erkunden, als ob wir eine alte Karte neu zeichneten. Seine Zunge tanzte mit der meinen, langsam, ein Fluss aus Geschmäckern – Tee, Regen, Verlangen. Ich zog ihn zum Bett, wir sanken darauf, das Laken raschelte unter uns, ein Geräusch, das sich mit unserem Atmen vermischte.

Seine Hände glitten unter meinen Pullover, berührten die nackte Haut meines Rückens, kreisten in sanften Bewegungen, als wollten sie jede Vertiefung ertasten. Die Finger waren warm nun, vom Feuer unten, und ich bog mich ihm entgegen, spürte, wie sich meine Brust hob, die Knospen unter dem Stoff anschwollen. Er löste den Verschluss meines BHs mit Geduld, zog den Stoff beiseite, und die kühle Luft des Zimmers streifte meine Brüste, doch sofort folgte seine Wärme – seine Lippen umschlossen eine Knospe, saugten sanft, die Zunge kreiste, ein Prickeln, das Wellen durch meinen Körper sandte, bis in den Unterleib. Ich vergrub meine Finger in seinem Haar, feucht noch, zog ihn näher, spürte das leise Vibrieren seines Stöhnens an meiner Haut. Seine Hände kneteten die andere Brust, Daumen strichen über die empfindliche Spitze, malten unsichtbare Kreise, die mein Blut schneller fließen ließen, ein Pulsieren, das sich in meinem Schoß sammelte.

Ich half ihm, mein Kleid abzustreifen, enthüllte die Seide meines Slips, der feucht war von der aufsteigenden Erregung. Seine Augen wanderten über mich, dunkel vor Begehren, und er küsste meinen Bauch, die empfindliche Haut dort, wo die Muskeln zitterten. Seine Finger glitten tiefer, streiften die Innenseiten meiner Schenkel, wo die Haut sensibel war, ein Hauch von Berührung, der mich erzittern ließ. Er teilte die Falten, berührte den Kern meiner Sehnsucht, kreiste um die Perle, die unter seiner Berührung pulsierte, ein Strom aus Empfindungen, warm und einladend. Seine Finger glitten weiter, tauchten sanft in die Feuchtigkeit, erkundeten die Weichheit, die sich ihm öffnete, und ich keuchte leise, meine Hüften hoben sich, luden ihn ein. Er küsste die Innenseite meiner Schenkel, seine Lippen warm, die Zunge zeichnete feine Linien, näherte sich dem Zentrum, bis er es mit einem sanften Saugen berührte, ein Schauer, der meinen ganzen Körper durchlief. Meine Hände griffen ins Laken, kneteten den Stoff, während seine Zunge tanzte, langsam, bedächtig, als wollte er jeden Moment auskosten.

Ich zog ihn hoch, meine Finger nestelten an seiner Hose, öffneten sie, enthüllten die Härte darunter. Sein Schaft war aufgerichtet, pulsierend, die Haut glatt und warm. Ich umfasste ihn, strich langsam auf und ab, spürte die Adern unter meinen Fingern, das leichte Zucken, das seine Erregung verriet. Er stöhnte, ein tiefer Laut, der sich mit dem Regen vermischte, und küsste mich tiefer, seine Zunge fordernder nun, ein Tanz, der unsere Sehnsucht spiegelte. Ich half ihm, die Hose abzustreifen, und unsere Körper fanden sich, Haut an Haut, Schweiß mischte sich mit dem Duft des Regens. Meine Finger erkundeten ihn weiter, glitten über die empfindliche Spitze, wo ein Tropfen Feuchtigkeit perlte, und er erschauderte, seine Hände hielten meine Hüften fester.

Langsam positionierte er sich zwischen meinen Beinen, die Spitze berührte mich, feucht und bereit. Er drang ein, Zentimeter für Zentimeter, eine Dehnung, die exquisit war, mich ausfüllte, als ob er ein fehlendes Stück ergänzte. Die Wände meines Inneren umschlossen ihn, pulsierten im Rhythmus, und er begann sich zu bewegen, langsam, tief, jede Bewegung eine Welle, die durch uns rollte. Ich spürte die Reibung, das Gleiten, die Wärme, die sich ausbreitete, und meine Nägel gruben sich in seinen Rücken, zeichneten Linien, die er mit einem leisen Seufzen quittierte. Meine Beine schlangen sich um ihn, zogen ihn tiefer, und er passte seinen Rhythmus an, fand einen Winkel, der Stellen in mir berührte, die Funken schickten, ein Feuer, das sich in meinem Unterleib sammelte. Seine Hände glitten über meine Brüste, kneteten sanft, Daumen kreisten über die Knospen, verstärkten die Wellen, die durch mich liefen.

Ich drehte uns, setzte mich auf ihn, spürte ihn tiefer, kontrollierte den Rhythmus nun. Meine Hüften wiegten sich, langsam, dann schneller, und seine Hände hielten meine Taille, führten mich, doch ließen mir die Freiheit. Die Reibung war intensiver, seine Härte füllte mich aus, und ich beugte mich vor, küsste ihn, unsere Zungen verschlungen, während meine Bewegungen ihn tiefer trieben. Der Duft unserer Erregung füllte den Raum, erdiger, intimer als der Regen draußen, und die Geräusche – das leise Klatschen unserer Körper, das Rascheln des Lakens, unser Atmen – webten ein Netz. Seine Hände glitten zu meinem Hintern, kneteten die Haut, zogen mich enger, und ich spürte, wie die Spannung in mir wuchs, ein Sturm, der sich aufbaute, nicht hektisch, sondern beharrlich, tief.

Er drehte uns wieder, übernahm die Führung, seine Stöße wurden kräftiger, doch nie hastig, jeder Stoß ein Ausdruck der Sehnsucht. Meine Finger krallten sich in seine Schultern, und ich spürte, wie mein Körper sich anspannte, die Wellen sich verdichteten, bis sie brachen – ein Beben, das meinen ganzen Körper durchlief, Kontraktionen, die ihn umklammerten, ihn mitrissen. Er folgte, sein Rhythmus wurde unregelmäßiger, tiefer, bis er sich in mir ergoss, warm und pulsierend, ein Moment der Hingabe. Wir blieben verbunden, unser Atem vermischte sich, Schweiß perlte auf unserer Haut, kühlte in der Nachtluft. Langsam zog er sich zurück, doch die Nähe blieb; er hielt mich, seine Finger strichen über meinen Arm, ein Flüstern von Zärtlichkeit.

Die Nacht umhüllte uns, der Regen sang weiter, und in der Stille sprachen wir von dem, was gewesen war – die unausgesprochenen Worte aus Studienzeiten, das Begehren, das gewartet hatte. Melancholie mischte sich ein, das Wissen, dass der Morgen kommen würde, doch in diesem Moment war es genug, diese zweite Chance, die die Nacht uns schenkte. Am Morgen, als das Licht grau durch die Vorhänge sickerte, lag ich wach, seine Hand in meiner, und spürte, was blieb: ein Echo der Nähe, eine Süße in der Sehnsucht.

Der Wind draußen raschelte die Blätter, ein Versprechen, dass nichts je ganz vergeht.

von Marie, Erovelle Team

Manchmal beginnt eine Geschichte mit Regen, Holzrauch und einem vertrauten Blick. Marie schreibt für das Erovelle-Team – über Nächte, in denen Erinnerung zu Nähe wird und Vergangenes wieder Atem findet.

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