Im Flüstern des Kanals

Der Winter liegt über Venedig, Nebel über den Kanälen, Erinnerung in der Luft. In einer stillen Osteria begegnen sich zwei Menschen wieder – und zwischen Wein, Kerzenschein und flüsterndem Wasser erwacht ein Verlangen, das nie verloschen ist.

Im Flüstern des Kanals
Photo by Green Liu / Unsplash

Der Winter hatte Venedig in ein Schweigen gehüllt, als ich die schmale Gasse zur Osteria betrat. Der Duft nach Meer, feuchtem Stein und dem Rauch ferner Kamine lag in der Luft, vermischt mit der Kälte, die an meinem Mantel haftete. Ich war 36, eine Dichterin, die Worte in den Wellen der Stadt suchte, und dieses versteckte Lokal, am Rande eines stillen Kanals, war mein Refugium. Die Wände, rau von Jahrhunderten, trugen Spuren von Wein und Gesprächen, und die Kerzen auf den Tischen warfen flackernde Schatten, die wie Erinnerungen tanzten. Ich zog meinen Schal ab, spürte das weiche Kaschmir auf meiner Haut, und setzte mich an einen Tisch nahe dem Fenster, wo der Kanal im Mondlicht glänzte.

Meine Finger strichen über das Notizbuch vor mir, die Seiten leer, wartend. Der Stift lag schwer in meiner Hand, als ob die Worte, die ich suchte, sich im Nebel draußen verloren hatten. Ich trug ein dunkelblaues Kleid, das sich an meine Hüften schmiegte, und spürte die Wärme meiner Oberschenkel, die sich unter dem Tisch berührten. Der Duft meines Weins – schwer, nach dunklen Beeren und Holz – stieg in die Luft, vermischt mit dem salzigen Hauch des Kanals. Die Osteria war still, bis auf das leise Klirren von Gläsern und das Flüstern des Wassers gegen die Mauer.

Dann hörte ich Schritte, bedacht, aber fest, als ob jemand wüsste, wohin er ging, ohne Eile. Er trat aus dem Schatten der Tür, ein Mann in einem dunklen Wollmantel, die Schultern leicht von Nebel benetzt. Seine Augen, ein tiefes Braun, trafen meine, und für einen Moment war es, als hätte die Welt kurz den Atem angehalten. Es war Matteo, aus einer anderen Zeit, einer anderen Stadt. Wir hatten uns in Rom gekannt, in einer Sommernacht, als wir jung waren und die Welt aus Worten und Küssen bestand. Ein Kuss im Schatten eines Brunnens, unvollendet, war alles, was blieb, bevor das Leben uns trennte. Nun stand er hier, Jahre später, als hätte der Winter ihn hergetragen.

„Elena“, sagte er, seine Stimme tief, wie das Knistern eines Feuers, das ich nicht sah. „Darf ich?“ Er deutete auf den Stuhl gegenüber. Ich nickte, spürte, wie mein Atem flacher wurde. „Es ist lange her“, sagte er, während er sich setzte, seine Finger schlank, präzise, wie die eines Künstlers. Der Duft von Nebel und Leder haftete an ihm, vermischt mit etwas Wärmerem, vielleicht Sandelholz, vielleicht seine Haut. Ich versuchte, mich auf mein Notizbuch zu konzentrieren, doch meine Augen wanderten zu ihm, zu der Art, wie seine Hände das Glas hielten, wie sein Haar – dunkel, leicht ergraut – im Kerzenlicht glänzte.

„Was schreibst du?“, fragte er, seine Stimme ein Flüstern, das die Stille durchbrach.

„Gedanken“, sagte ich, meine Stimme leiser, als ich wollte. „Sie sammeln sich, aber wollen nicht aufs Papier.“

Er lächelte, ein Lächeln, das die Kälte in meinen Knochen schmolz. „Manchmal brauchen Gedanken Zeit“, sagte er, und seine Worte waren wie ein Versprechen, das ich nicht verstand.

Wir sprachen weiter, über Rom, über die Jahre, über die Art, wie der Nebel die Stadt weich machte. Es war kein tiefes Gespräch, und doch fühlte es sich an, als würden wir uns vorsichtig nähern, wie zwei Schatten, die sich im Licht der Kerze überlappen. Seine Stimme hatte eine Textur, rau und weich zugleich, wie die Wände der Osteria. Ich spürte meinen Atem, schneller nun, und die Wärme meiner Hände, die auf dem Tisch lagen, die Nägel in einem tiefen Rot lackiert, das im Kerzenlicht schimmerte.

Die Osteria leerte sich, nur das Klirren der Gläser und das Flüstern des Wassers blieben. Er stand auf, trat näher, und die Luft zwischen uns wurde dichter, schwerer. „Darf ich dir etwas zeigen?“, fragte er und deutete auf die Tür, die zum Kanal führte. Ich nickte, folgte ihm, meine Schritte ein leises Echo auf dem Steinboden. Er führte mich hinaus, wo der Nebel sich wie ein Schleier über das Wasser legte, und zeigte mir eine kleine Brücke, kaum sichtbar im Dunst. „Hier“, sagte er, „habe ich an dich gedacht.“ Seine Worte trafen mich wie ein warmer Strom, und ich spürte, wie mein Körper erwachte, wie meine Haut kribbelte.

„Komm“, flüsterte er, und führte mich zurück ins Warme, zu einem Tisch in einer Ecke, wo die Kerzen tiefer brannten. Die Luft roch nach Wachs und Wein, und der Kanal draußen murmelte leise. Er stand dicht vor mir, so nah, dass ich die Wärme seines Körpers spürte, den Duft von Sandelholz und Nebel. Seine Hand hob sich, streifte meine Wange, eine Geste so zart wie fallender Schnee, und ich schloss die Augen, fühlte die Rauheit seiner Fingerkuppe, die Kälte, die sich mit meiner Wärme vermischte.

„Darf ich?“, fragte er, seine Stimme ein Flüstern, das den Raum füllte. Ich nickte, unfähig, Worte zu finden. Seine Lippen fanden meine, sanft zuerst, ein Erkunden, als würden wir eine alte Karte neu zeichnen. Der Kuss vertiefte sich, seine Zunge tanzte mit meiner, langsam, ein Fluss aus Geschmäckern – Wein, Nebel, Verlangen. Meine Hände glitten unter seinen Mantel, spürten die Festigkeit seines Rückens, die Muskeln, die sich unter dem Stoff spannten. Er zog mich näher, seine Hände glitten über meine Hüften, fordernd, als wollten sie die Sehnsucht aus meiner Haut ziehen, und ich spürte, wie mein Körper sich ihm entgegenbog, wie mein Schoß pulsierte, ein Beben, das tief in mir begann.

Wir sanken auf einen Stuhl, der in der Ecke stand, das Holz kühl unter meiner Haut, als mein Kleid hochglitt. Seine Hände erkundeten die Kurven meines Körpers, langsam, als wollten sie jede Linie neu zeichnen, während mein Atem schneller wurde, ein Rhythmus, der sich mit dem Murmeln des Kanals vermischte. Er löste die Knöpfe meines Kleides, enthüllte die Seide meines Slips, feucht von der Erregung, die sich in mir sammelte. Seine Lippen folgten, küssten die empfindliche Haut meines Halses, meines Schlüsselbeins, bis sie die Rundung meiner Brust fanden. Seine Zunge kreiste um die harten Spitzen, warm, fordernd, ein Schauer, der Wellen durch meinen Körper sandte, bis in meinen Unterleib, wo die Hitze wuchs, ein Feuer, das meine Adern durchströmte. Meine Finger nestelten an seinem Hemd, rissen es auf, enthüllten die glatte Haut seiner Brust, wo sein Herzschlag spürbar war, schnell, lebendig. Ich strich über seine Haut, fühlte die Wärme, die Adern, die unter der Oberfläche pulsierten, und mein Schoß antwortete mit einem Ziehen, das mich keuchen ließ.

Er hob mich leicht, zog mich auf seinen Schoß, und ich spürte seine Härte unter dem Stoff seiner Hose, drängend, ein Beweis seines Verlangens, das meinem antwortete. Meine Finger rissen den Stoff auf, enthüllten ihn, heiß, pulsierend, die Haut straff und glatt, ein Zucken, das seine Erregung verriet. Ich umfasste ihn, strich langsam auf und ab, spürte das Beben, das seinen Atem schneller machte, ein Stöhnen, das tief aus seiner Kehle kam, sich mit dem Murmeln des Wassers vermischte. Er zog mich näher, bis unsere Körper sich fanden, Haut an Haut, Schweiß vermischt mit dem Duft des Nebels. Ich führte ihn, langsam, spürte die Dehnung, die mich ausfüllte, ein exquisites Brennen, das meinen Atem stocken ließ. Er bewegte sich, tief, fordernd, jeder Stoß eine Welle, die durch uns rollte, ein Rhythmus, der sich mit dem Flüstern des Kanals verband. Meine Hände krallten sich in seine Schultern, meine Nägel zeichneten rote Linien, die er mit einem rauen Seufzen quittierte, während meine Beine sich um ihn schlangen, ihn tiefer zogen, mein Schoß sich ihm öffnete, heiß und einladend.

Seine Hände glitten über meine Hüften, kneteten die Haut, fordernd, als wollten sie jede Kurve erobern, während mein Körper sich ihm entgegenwölbte, die Hitze in mir wuchs, ein Feuer, das in meinen Adern brannte. Meine Hüften wiegten sich, fanden einen Rhythmus, der ihn tiefer trieb, während seine Finger meine Brüste fanden, die harten Spitzen umkreisten, ein Prickeln, das Wellen durch meinen Körper sandte. Er beugte sich vor, seine Lippen fanden die meinen, ein Kuss, der hungrig wurde, unsere Zungen verschlungen, während die Bewegungen intensiver wurden, ein Crescendo, das den Raum erfüllte. Der Duft unserer Erregung – salzig, erdverbunden – mischte sich mit dem Wein, dem Wachs der Kerze, und die Geräusche – das nasse Klatschen unserer Körper, das Knarren des Stuhls, unser keuchendes Atmen – woben ein Netz, das die Welt draußen aussperrte. Meine Finger glitten über seinen Rücken, spürten die Muskeln, die sich unter meiner Berührung spannten, während mein Schoß pulsierte, ein Sturm, der sich aufbaute, beharrlich, tief, und ich spürte, wie mein Körper sich anspannte, die Hitze sich verdichtete.

Er drehte uns, legte mich auf den Tisch, die Kühle des Holzes ein Schock gegen meine erhitzte Haut. Seine Bewegungen wurden kräftiger, fordernder, jeder Stoß ein Ausdruck der Sehnsucht, die uns verband, während meine Beine sich enger um ihn schlossen, die Reibung intensiver wurde. Seine Lippen fanden meinen Hals, saugten an der empfindlichen Haut, seine Zunge malte Linien, die mein Blut schneller fließen ließen, während seine Hände meine Brüste kneteten, Daumen über die harten Spitzen strichen, ein Feuer, das sich in meinem Unterleib sammelte. Meine Finger griffen ins Holz, suchten Halt, während mein Schoß sich ihm entgegenhob, heiß, feucht, ihn tiefer einlud. Er fand einen Winkel, der Stellen in mir berührte, die Funken schickten, ein Beben, das meinen ganzen Körper durchlief. Die Spannung brach, ein Sturm, der mich zerriss, Kontraktionen, die ihn umklammerten, ihn mitrissen, während ich keuchte, mein Körper sich wölbte, ein Schrei, der in meiner Kehle erstickte. Er folgte, sein Rhythmus wurde unregelmäßig, wilder, bis er sich in mir ergoss, heiß, pulsierend, ein Moment der völligen Hingabe. Wir blieben verbunden, unser Atem vermischte sich, Schweiß perlte auf unserer Haut, kühlte in der Luft der Osteria, während die Kerze flackerte und das Wasser draußen murmelte.

Langsam zogen wir uns zurück, doch die Nähe blieb; seine Finger strichen über meinen Arm, ein Flüstern von Zärtlichkeit, während die Kerze fast erlosch. Die Nacht umhüllte uns, und in der Stille sprachen wir von Rom, von den unvollendeten Küssen, von der Sehnsucht, die uns hierher geführt hatte. Melancholie mischte sich ein, das Wissen, dass der Morgen kommen würde, doch in diesem Moment war es genug. Am Morgen, als das Licht grau über den Kanal sickerte, lag ich wach, seine Hand in meiner, und spürte, was blieb: ein Echo der Nähe, eine Süße in der Sehnsucht. Das Wasser draußen flüsterte weiter, ein Versprechen, dass nichts je ganz vergeht.

von Clara, Erovelle Team

Manchmal beginnt eine Geschichte mit Nebel über den Kanälen und dem Klang von Wasser an alten Mauern. Clara schreibt für das Erovelle-Team – über Begegnungen, die schmecken nach Wein, Salz und dem Versprechen, dass manche Nächte ewig bleiben.

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