Ein Echo im Regen

Ein Herbstabend, Regen an den Scheiben, der Duft von Tee und Erinnerung. Zwischen Tropfen und Gedanken kehrt eine Nacht zurück – voll Wärme, Nähe und jener Sehnsucht, die nie ganz vergeht.

Ein Echo im Regen

Die Tropfen prasseln gegen die Scheibe, ein leises, unermüdliches Trommeln, das die Stille des Raums durchdringt. Ich sitze hier, in meinem Sessel am Fenster, die Tasse Tee in den Händen, deren Wärme sich langsam in meine Finger schmiegt. Der Herbstabend hat die kleine Stadt in ein graues Gewand gehüllt; die Straßenlaternen werfen diffuse Lichter auf nasse Pflastersteine, und der Wind flüstert durch die Blätter der alten Kastanienbäume draußen. Es ist eine jener Abende, an denen die Welt sich zurückzieht, und ich mit ihr. Mein Atem beschlägt das Glas, ein hauchdünner Schleier, der die Grenze zwischen drinnen und draußen verwischt. Der Tee duftet nach Bergamotte und einem Hauch von Honig, süß und erdverbunden, und ich nippe daran, lasse die Flüssigkeit über meine Zunge gleiten, warm und tröstlich.

Doch in dieser Wärme regt sich etwas anderes, eine Erinnerung, die sich wie ein Faden durch meine Gedanken webt. Sie kommt nicht plötzlich, nein, sie sickert ein, so wie der Regen in die Erde dringt. Es war vor einem Jahr, oder waren es zwei? Die Zeit verliert ihre Schärfe in solchen Momenten. Ich schließe die Augen, und da ist sie wieder, diese Nacht, in der die Nähe zu ihm sich mit einer Sehnsucht vermischte, die tiefer ging als Worte. Ich sehe mich selbst, Anfang vierzig, in einem Zimmer ähnlich wie diesem, aber in einer anderen Stadt, wo der Regen ebenfalls fiel, doch anders, fordernder, als wollte er uns einschließen.

Der Abend hatte mit einem Spaziergang begonnen, durch enge Gassen, wo der Duft von feuchter Erde und welken Blättern in der Luft hing. Meine Schritte hallten auf dem Stein, und er ging neben mir, seine Präsenz eine sanfte Welle, die mich berührte, ohne dass seine Hand die meine streifte. Wir sprachen wenig; Worte schienen überflüssig in jener Dämmerung. Stattdessen spürte ich den Rhythmus seines Atems, synchron mit dem meinen, ein unsichtbares Band. Als der Regen stärker wurde, suchten wir Schutz in einem kleinen Café, dessen Fenster beschlagen waren wie mein eigenes jetzt. Der Geruch von frischem Brot und Kaffee umhüllte uns, und ich erinnerte mich an die Wärme seiner Jacke, die er mir um die Schultern legte. Sie roch nach ihm – ein Hauch von Sandelholz und etwas Herbem, wie Moos nach einem Gewitter.

Später, in seinem Zimmer, das von einer einzelnen Lampe erhellt wurde, deren Licht golden über die Wände floss, begann die wahre Nähe. Ich setzte mich auf das Bett, die Matratze gab leicht nach, und er stand vor mir, seine Finger strichen über den Saum meines Schals, langsam, als wollte er die Seide ertasten, die sich an meiner Haut rieb. Kein Hasten, keine Eile; es war, als ob die Zeit sich dehnte, wie ein Tropfen, der am Blatt hängt, bevor er fällt. Ich fühlte die Wärme seiner Hand, die sich auf meine Schulter legte, eine Berührung so leicht wie ein Atemzug, doch sie sandte Wellen durch meinen Körper, eine innere Wärme, die sich ausbreitete, von der Brust bis in die Fingerspitzen. Mein Puls pochte leise, ein Echo des Regens draußen, und ich hob den Blick zu ihm, sah die Schatten in seinen Augen, die Sehnsucht, die sich in den Falten um seinen Mund verbarg.

Er kniete sich hin, seine Knie berührten den Teppich, und seine Hände glitten zu meinen, verschränkten sich mit ihnen. Die Haut seiner Finger war rau, von der Kälte draußen, doch darunter pulsierte Wärme, eine Lebendigkeit, die mich durchströmte. Ich spürte, wie mein Atem tiefer wurde, wie die Luft im Zimmer schwerer schien, getränkt vom Duft des Regens, der durch ein leicht geöffnetes Fenster drang, vermischt mit dem Moschus seiner Nähe. Langsam zog er mich zu sich, und ich ließ mich fallen, meine Wange an seiner Schulter, wo der Stoff seines Hemdes weich war, durchwärmt von seinem Körper. Die Berührung seiner Lippen an meinem Hals war wie ein Flüstern, ein Hauch, der meine Haut erzittern ließ, nicht vor Kälte, sondern vor einer inneren Glut, die sich entzündete, leise und beharrlich.

Seine Hände wanderten weiter, glitten unter den Saum meines Pullovers, berührten die nackte Haut meines Rückens. Die Fingerkuppen waren warm, kreisten in sanften Bewegungen, als ob sie die Konturen meiner Wirbelsäule nachzeichneten, jede Vertiefung, jede Erhebung. Ich spürte, wie sich meine Brust hob und senkte, schneller nun, und ein leises Seufzen entwich meinen Lippen, als seine Daumen die empfindliche Stelle unter meinen Rippen streiften. Der Stoff meines BHs spannte sich, und er löste den Verschluss mit einer Präzision, die von Geduld zeugte, nicht von Drängen. Die Seide fiel beiseite, und die kühle Luft des Zimmers berührte meine Brüste, doch sofort folgte seine Wärme – seine Hände umfingen sie, kneteten sanft, die Daumen kreisten über die aufgerichteten Knospen, die unter seiner Berührung anschwollen, ein Prickeln, das sich bis in meinen Unterleib ausbreitete.

Ich zog ihn näher, meine Finger nestelten an den Knöpfen seines Hemdes, enthüllten die glatte Haut seiner Brust, wo feine Haare sich unter meinen Handflächen kräuselten. Sein Duft intensivierte sich, ein Gemisch aus Sandelholz und der natürlichen Wärme seiner Haut, und ich presste meine Lippen darauf, schmeckte das Salz, das sich mit dem Regen mischte. Er half mir, zog das Hemd aus, und unsere Oberkörper berührten sich, Haut an Haut, eine Fusion aus Wärme und Weichheit. Sein Herz pochte gegen meines, ein synchroner Rhythmus, der mich durchflutete. Langsam glitten seine Hände tiefer, über meinen Bauch, wo die Muskeln sich anspannten, und weiter zu den Knöpfen meiner Hose. Er öffnete sie bedächtig, zog den Stoff herunter, enthüllte die Seide meines Slips, der bereits feucht war von der aufsteigenden Erregung.

Ich half ihm, streifte die Hose ab, und er tat dasselbe, bis wir beide nackt waren, unsere Körper im goldenen Licht der Lampe schimmerten. Seine Erregung war sichtbar, der Schaft aufgerichtet, pulsierend, die Haut glatt und warm. Ich berührte ihn dort, umfasste ihn sanft, spürte die Härte unter der Weichheit, die Adern, die unter meiner Hand pochten. Ein leises Stöhnen entwich ihm, und er küsste mich tiefer, seine Zunge tanzte mit der meinen, ein langsamer, sinnlicher Tanz, der den Geschmack von Kaffee und Regen teilte. Seine Finger glitten zwischen meine Schenkel, streiften die empfindliche Haut dort, wo die Feuchtigkeit sich sammelte. Er teilte die Falten, berührte den Kern meiner Sehnsucht, kreiste um die Perle, die unter seiner Berührung anschwoll, ein Strom aus Empfindungen, der mich erzittern ließ.

Ich bog mich ihm entgegen, meine Hüften hoben sich, und er verstand, positionierte sich zwischen meinen Beinen. Langsam drang er ein, Zentimeter für Zentimeter, die Dehnung war exquisit, eine Fülle, die mich ausfüllte, ohne zu überfordern. Die Wände meines Inneren umschlossen ihn, pulsierten im Rhythmus unseres Atems, und er begann sich zu bewegen, langsam, tief, jede Stoß eine Welle, die durch meinen Körper rollte. Ich spürte jede Nuance – die Reibung, die Wärme, das Gleiten, feucht und einladend. Meine Nägel gruben sich in seinen Rücken, zeichneten Linien, die er mit einem Seufzen quittierte, und ich wickelte meine Beine um ihn, zog ihn tiefer, bis wir eins waren, ein Fluss aus Bewegungen.

Der Rhythmus steigerte sich allmählich, doch nie hektisch; es war ein Tanz, der von der Sehnsucht geleitet wurde, jede Bewegung ein Ausdruck der Nähe. Seine Hände hielten meine Hüften, lenkten den Winkel, so dass er tiefer traf, berührte Stellen in mir, die Funken schickten, ein Aufbau von Spannung, die sich in meinem Unterleib ballte. Der Duft unserer Erregung mischte sich mit dem Regen, ein erdiger, intimer Geruch, und die Geräusche – das leise Klatschen unserer Körper, das Seufzen, das Prasseln draußen – webten ein Netz um uns. Ich spürte, wie sich die Welle in mir aufbaute, ein Crescendo, das von den Zehen aufstieg, durch die Beine, den Bauch, bis es explodierte, ein Zittern, das meinen ganzen Körper durchlief, Kontraktionen, die ihn umklammerten, ihn mitrissen.

Er folgte mir, sein Rhythmus wurde unregelmäßiger, tiefer, bis er sich in mir ergoss, warm und pulsierend, ein Moment der absoluten Hingabe. Wir blieben so, verbunden, unser Atem vermischte sich, Schweiß perlte auf unserer Haut, kühlte in der Luft. Langsam zog er sich zurück, doch die Nähe blieb, seine Arme umfingen mich, und wir lagen da, Haut an Haut, das Echo der Ekstase in unseren Gliedern.

In jener Nacht mischten sich die Geräusche: Das Prasseln des Regens auf dem Dach, das ferne Rauschen eines Autos, und dazwischen unser Atmen, ein Duett aus Seufzern und Pausen. Die Sehnsucht war da, ein Schatten in der Wärme, eine Vorahnung des Abschieds. Er flüsterte etwas, Worte, die ich nicht verstand, aber fühlte – eine Zärtlichkeit, die in meiner Brust nachhallte. Die Nacht verging in diesem Fluss, einer Symphonie aus Nähe und Distanz. Am Morgen, als das Licht grau durch die Vorhänge sickerte, lag ich wach, seine Hand noch in meiner, und spürte die Leere, die sich ankündigte. Die Sehnsucht war nicht gestillt, sondern vertieft, ein Echo, das blieb. Wir trennten uns mit einem letzten Blick, einer Berührung, die in der Luft hing wie Nebel.

Nun, zurück in meinem Zimmer, am Fenster, wo der Regen weiterfällt, halte ich die Tasse fester. Die Wärme des Tees ist verblasst, doch die Erinnerung glüht nach, ein inneres Feuer, das mich wärmt. Der Herbstabend umhüllt mich, melancholisch und zärtlich, und ich lächle leise, denn in der Sehnsucht liegt eine Süße, die andauert.

Der Regen flüstert weiter, ein Geheimnis, das nur ich höre.

Von Elisa (44), Leipzig – Teil der Erovelle-Community.


Sie schreibt über Abende, in denen Stille zu Sprache wird – und Berührungen nachklingen wie ein ferner Regen.

Jede Geschichte. Direkt zu dir. Jetzt kostenlos Erovelle abonnieren.